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Jede gut geführte Praxis ist zertifizierungsfähig!

Mit wenig Aufwand zur Zertifizierung nach DIN ISO 9001:2008

Palliativnetz Witten gegründet!

In Deutschlands größter Kleinstadt - Witten an der Ruhr - wurde jetzt erstmals im Lande ein Palliative Care Team nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. Im Palliativnetz Witten haben sich ärzte, Pflegekräfte und engagierte ehrenamtliche Begleiter des ambulanten Hospizdienstes zusammengeschlossen. Dr. Frank Koch, Vorstandsmitglied im jungen Verein erläutert: Wir möchten schwerstkranke, sterbende Menschen begleiten, ihnen ein schmerz- und symptomfreies Verweilen in der von ihnen gewünschten vertrauten Umgebung ermöglichen. Sterbende sind Lebende! Koch, der für seine Netzwerkarbeit in Witten bereits das Bundesverdienstkreuz erhielt ergänzt: "In Witten haben wir eine sehr eng verzahnte ärzteschaft, jetzt wollen wir auch die Versorgung am Lebensende durch ein umfassendes Betreuungsnetz verbessern. Uns geht es nicht um den Ersatz vorhandener Strukturen, sondern um ihre Optimierung. Hausärzte spielen hier eine zentrale Rolle." Seit Anfang 2007 hat jeder ein gesetzlich garantiertes Recht auf diese Versorgung, die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Denn die Versorgung zuhause ist nicht nur erwünscht, sondern eben viel kostengünstiger als teure Klinikbetten. Durch viel Engagement u.a. aus Witten einigte man sich vergangenes Jahr auf einen Vertrag. Seitdem geht die Versorgung zuhause steil nach oben. Rechnet man die Zahlen aus Witten auf ganz Deutschland hoch, ließen sich so 80000 € täglich (!) einsparen bei besserer (!) Versorgung. Dr. Thöns Vorstandskollege von Koch ergänzt: Die Zertifizierung zeigt, dass wir uns gemeinsam an professionelle Standards halten, dass wir die Selbstbestimmung und Würde der Menschen wahren. Vor kurzem war in vielen Zeitungen zu lesen, dass Palliativmedizin das Leben verkürzen würde. Eine aktuelle Studie zeigt genau das Gegenteil: Menschen in palliativmedizinischer Versorgung leben länger, haben weniger Depression, haben mehr Lebensqualität und bekommen weniger häufig aggressive Therapieverfahren. Sr. Beate van Lengen ist überwältigt von dem positiven Feedback: Es gibt schon zahlreiche erste Spender, die Zertifizierung, die sonst mehrere Tausend Euro kostet wurde uns von Clewing & Partner gespendet. Wir werden weiter daran arbeiten, dass jeder eine umfassende Versorgung bekommt, der sie benötigt und zwar unabhängig vom Geldbeutel. Es gibt zahlreiche Menschen, die sich die Zuzahlungen für Schmerzmedikamente nicht leisten können, auch können unsere Patienten nicht auf Bewilligungen der Kassen von teils mehr als 14 Tagen warten, Hilfsmittel stellen wir sofort zur Verfügung. Die Lösung von Leiden am Lebensende ist nicht die tötende Spritze, die Lösung ist eine umfassende Schmerzlinderung und eine menschliche Begleitung.